Das Salento lebt zwei parallele Leben. Das eine ist das der überlaufenen Küstenabschnitte, wo Tourismusanlagen auf Sandstrände mit weißem Sand blicken. Das andere, das authentische, verläuft zwischen Masserie aus Kalkstein, zwischen verdrehten Olivenbäumen und Trockenmauern, die die Felder trennen. Hier, nur wenige Kilometer von den schönsten und weniger bekannten Buchten Apuliens entfernt, finden Sie B&Bs und ländliche Unterkünfte, wo Stille noch immer selten ist und das lauteste Geräusch abends das Zirpen der Grillen ist. Dies ist das Salento, das Ihre Zeit verdient.
Starten Sie in Melendugno, einem Ort an der östlichen Küste, und fahren Sie ins Landesinnere. Hier finden Sie Strukturen, die den Kontakt zur Erde nicht verloren haben. Eine sorgfältig restaurierte Masserie bietet vier Zimmer mit Originalausstattung: Tonnenwölbungen aus Tuffstein, handgefertigte Terrakottaböden, enge Fenster wie früher. Zum Frühstück serviert man noch warme Focaccia Barese, Schafskäse und Tomaten aus dem Garten. Von dieser Position erreichen Sie die Cala dell'Acquaviva zu Fuß in 12 Minuten. Der Strand ist eine Mondsichel aus festem Sand, umgeben von weißen Felsen, mit so klarem Wasser, dass Sie den Grund auch in zwei Metern Tiefe sehen.
Weiter südlich, in Richtung Torre dell'Orso und Otranto, wird die Landschaft noch wilder. Die B&Bs hier tragen noch immer die Namen alter Flurbezeichnungen: Masseria del Cavaliere, Casale delle Crete, Frantoio antico. Viele bewahren noch unterirdische Zisternen für Regenwasser und Lehmöfen, in denen die Besitzer samstags Brot backen. Wenn Sie Ende Mai oder Juni hier sind, fragen Sie, ob Sie bei der Ernte der schwarzen Salento-Kirschen dabei sein können, klein wie Haselnüsse und süß wie Honig. Der Strand Spiaggia della Zinzulusa, einer der schönsten der Küste, ist nur 8 Autominuten entfernt. Er hat eine halbversunkene Karsthöhle, feinen Sand und eine natürliche Kurve, die vor Wind schützt.


